„Major Tom“ im Max-Planck-Gymnasiums 17. September 2013

Peter Schilling & Band – völlig losgelöst

„Major Tom“ und die Kehrwoche

Schorndorf. Der Unterstufenchor des Max-Planck-Gymnasiums tritt bei einem Konzert des Musikers Peter Schilling am kommenden Freitag in der Manufaktur auf. Gestern ist der Sänger zur Generalprobe in die Schule gekommen.

 Heimatliche Klänge für Peter Schilling, den Sänger, Komponisten und waschechten Stuttgarter. Frank Dürr, der Leiter des Unterstufenchors am Schorndorfer Max-Planck-Gymnasium, bittet seine Jungs undMädels, sich für die Probemit demeigens ausMünchen angereisten Star auf Schwäbisch einzusingen. „Bom-bo-ba-bier-le“ intonieren die rund 40 jungen Sänger und stampfen dazu mit dem Fuß auf. Peter Schilling – schwarzes Sakko, Jeans undBaseballmütze – steht neben Frank Dürr im Musiksaal und freut sich. „So einen Musiklehrer hätte ich mir alsKind auch gewünscht“, sagt er.

Vom hektischen „Stäffele-stapfa“ bringt der Chorleiter seinen Sänger schnurstracks zur ausgedehnten „Keeeehr-woche“. Nach einem dreimal wiederholten „Mug g a – b a t s che r, bumm“ befindet Frank Dürr, sein Chor seinun singfähig. Die Probe für das gemeinsame Konzert mit Peter Schilling am Freitag kann beginnen. „Gründlich durchgecheckt steht sie da und wartet auf den Start. Alles klar.“ Alles klar? Na ja, gibt der elfjährige Marc zu – vom Song „MajorTom“ habe er bis vor kurzem nie gehört: „Aber meine Mutter hat ihn gekannt.“

Kein Wunder, schließlich hat Peter Schilling mit dem Lied 1983 die deutsche Hitparade angeführt und auch vordere Plätze in den Charts im europäischen Ausland und jenseits des Atlantiks belegt. „Mein Masterpiece ist ‚Major Tom’“, erklärt Schilling den andächtig lauschenden Chorsängern – und erzählt dann, wieso er anlässlich des 40-jährigen Bestehens des hiesigen Kinderschutzbunds ein Benefizkonzert gibt. „Ich fühle mich verpflichtet, etwas zurückzugeben“, sagt er, der als Sohn einer allein erziehenden Mutter eine Kindheit hatte, „die nicht ganz so schön war“, aber zum Glück habe er den Fußball und die Musik gehabt. Die Erfahrungen habe er in seinem Lied „Kevin“ verarbeitet, welches er zusammen mit den Schülern auf der Bühne singen will. Übrigens nicht das erste Konzert mit Jugendlichen. „Ich mache das immer wieder mal, auch Workshops mit Kindern, damit sie erleben, wie sich das anfühlt auf der Bühne“, sagt der 57-Jährige.

„Major Tom“ flutscht den Schülern ziemlich fehlerlos über die Lippen. „Am Anfang müsst ihr gelangweilter, technokratisch singen“, sagt Schilling. „Achtet auf die Intonation“, mahnt Frank Dürr. Den Refrain „Völlig losgelöst“ wünscht er sich euphorischer, was jedoch zunächst nicht so ganz klappt. „Stellt euch vor, ihr tragt einen knallengen, nassen, kalten Neoprenanzug und dann steigt ihr aus dem raus – wie fühlt ihr euch da?“, fragt Dürr. Der imaginäre Gummianzug zeigt Wirkung – Dürr und Schilling sind zufrieden und singen den Refrain lauthals mit. „Was ist denn mit Major Tom passiert?“, will eine Schülerin danach wissen: „Der kommt irgendwann wieder aus dem All“, beruhigt sie Schilling. Auch das Lied „Kevin“ haben die Schüler schon gut drauf. „Ich bin schwer beeindruckt“, sagt Schilling nach der Probestunde im Musiksaal. Und dann muss er auch schon wieder weiter, seine Managerin zeigt auf die Uhr. Derzeit sei er im Studio, erzählt Peter Schilling im Hinausgehen. Das neue Album soll im Frühjahr fertig sein.

Quelle: Von Annette Clauß, Schorndorfer Tageszeitung vom 14.09.2013 (kompletter Artikel als PDF hier.)

 

Max-Planck-Chor mit Major-Tom-Star

Schüler des MPG singen zusammen mit Peter Schilling zugunsten des Kinderschutzbundes / Besuch bei den Proben.

Schorndorf. Peter Schilling ist Botschafter des Kinderschutzbundes. Und weil dessen Kreisverband Schorndorf / Waiblingen dieses Jahr seinen 40. Geburtstag feiert, singt er mit Kindern aus der Region. Der Unterstufenchor hat nun die Gelegenheit, mitdemStar zusammen „Völlig losgelöst“ zu singen.

Wenn Peter Schilling das „Loooooos“ bei „Major Tom“ mitsingt rinnt sofort ein Schauer über die Schultern. Ein Flashback in die 80er – für einige im Raum eine Reise zurück in die eigene Kindheit. Denn um die singenden Schüler wuseln Journalisten, Fotografen und Leute von Regio-TV.

Bevor der Weltstar, der in Stuttgart geboren ist, den Musikraum betreten hat, wuselten auch die Kinder herum. Vor Aufregung war an Stillsitzen nicht zu denken. „Ich weiß auch noch gar nicht, was auf mich zukommt“, sagt Musiklehrer Frank Dürr. „Wir haben uns zwar im Juni getroffen, aber über den Termin haben wir noch gar nicht geredet“. „Er kommt, er kommt“, ruft ein Mädchen, das ihn durchs Fenster mit seinem Management gesehen hat.

In seinen trendy leicht angerissenen Jeans, dem schwarzen Jackett, der Baseballmütze, Bikerboots und einer Sonnenbrille auf der Nase, sieht Peter Schilling aus wie die anderen Stars aus den Hochglanzmagazinen. Gut, die Haare sind nicht mehr ganz so voll wie früher mit 26 Jahren, als er mit seinem Welthit „Major Tom“ 1982 berühmt wurde. Doch die Augen des heute 57- Jährigen sind die gleichen geblieben. Sanft und etwas verschmitzt.Bei den Schülern kommt er gut an. Schließlich war er auch mal ein Schwabenkind. Das Stimmband-Aufwärmtraining mit gesungenen Worten wie „Kehrwoche“ oder „Muggebatscher“, gefällt ihm deshalb gut und weckt Erinnerungen – heute lebt er schließlich in München. Und obwohl sie damals noch nicht einmal geboren waren, ist Um sein Team anzuheizen, haut Lehrer Frank Dürr kurz selbst in die Tasten, eigentlich macht das Michael (links). Peter Schilling ist faziniert von seinem Einsatz. schon“, sagt er.

„Das ist ja aber mein Lied. Ich habe alle Titel, die ich singe, selbst geschrieben.“ Die meisten davon hat er auch selbst in seinem eigenen Tonstudio vertont. Und Authentizität zählt für den Sänger beim Singen genauso, wie bei seinem sozialen Engagement. von Dürr. „Ich wünschte mir, ich hätte auch so einen Musiklehrer gehabt“, sagt er. So eine schöne Kindheit wie die meisten hier heute haben, hätte er auch gerne gehabt. Zu seiner Zeit war es nämlich noch weit verbreitet, dass Kinder geschlagen wurden. Er hatte unter der Gewalt seiner alleinerziehenden Mutter zu leiden. Genau deshalb engagiert er sich beim Kinderschutzbund. „Mit dem Kinderschutzbund kann ich mich identifizieren“, sagt er. „Der ist dort, wo man ihn braucht, der ist nicht nur auf dem roten Teppich unterwegs.“

Das Lied „Kevin“ erzählt Schillings eigene Leidensgeschichte.

Für die Hilfsorganisation hat der Songwriter ein eigenes Lied geschrieben: „Kevin“. „Das Lied erzählt eigentlich meine Geschichte“, sagt er. Es soll aber auch zeigen, dass jeder sein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann, auch wenn er eine schlimme Vergangenheit hat. Schilling habe versucht das, was ihm angetan wurde nicht wiederzugeben, sondern ein guter Mensch zu werden. „Meine Verletzung habe ich in Leistung umgesetzt“, erzählt er. In die Musik und in den Fußball. Schließlich musste er sich zwischen dem Spielen beim VfB und einem Plattenvertrag entscheiden. Wie er sich entschieden hat, ist bekannt. Der Leistungsdruck, den er sich selber machte, endete aber schließlich 1989 im Burn-out. „Das was ich in der Kindheit erlebt habe, war nur übermalt, aber nicht gelöst“, sagt er. Alles kam wieder hoch. Er verschwand von der Bildfläche und hat Jahre gebraucht, um wieder durchzustarten. Seinen harten Weg hat er in seinem aktuellen Buch „Völlig losgelöst, mein langer Weg zum Selbstwert – einmal Burn-out und zurück“ verarbeitet. „Man darf sich nicht seinem Schicksal ergeben“, sagt er zu den Kindern. „Heute stehe ich wieder auf der Sonnenseite des Lebens. Ich habe aber auch Glück gehabt, dass ich einen solchen Hit gelandet habe.“ Ob er Major Tom aber überhaupt noch hören kann? „Zwischendrin nicht mehr, heute den Kindern sein größter Hit nicht unbekannt. „Ich habe ihnen das Lied vorgespielt und gleich beim ersten Ton hat es einer der Schüler erkannt“, erzählt Frank Dürr. Er ist das Herz des Chors, das seine Energie in die Kinder pumpt. Mit vollem Einsatz gibt er ihnen Anweisungen. „Stellt euch vor, ihr zieht einen Neoprenanzug aus“, sagt er. So sollen sie sich bis zum Refrain „Völlig losgelöst von der Erde…“ steigern und immer kräftiger singen. Schüler Michael haut dazu in die Tasten des Klaviers. Peter Schilling steigt mit ein, singt mit und gibt Tipps. Er ist ganz begeistert. Vom Chor, der seinen Text vermutlich auch im Schlaf kann und

Quelle: Von Sandra Dambacher, ZVW vom 14.09.2013 (kompletter Artikel als PDF hier.)

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