Die Geschichte des Pfiffikus

Der Second-Hand-Laden des DKSB – mit allem rund ums Kind, Kleidung, Spielwaren, Auto- und Fahrradsitze, Kinderwagen sowie Kleinmöbel – wurde im Mai 1984 durch den damaligen ersten Vorsitzenden Lothar Poloczek und Ingrid Hauke gegründet.

Vor der Gründung des Ladens bot der DKSB in einem so genannten „Kleiderzimmer“ gespendete Kleidung an, nachdem ein paar Jahre zuvor ein Zirkus in Haubersbronn total abbrannte und die Familie mit mehreren Kindern in großer Not war. Alles, einschließlich Kleidung, war verbrannt. Da merkten die Mitarbeiter, wie schwierig es bei den geringen Geldmitteln des Vereins ist, Kleidung für mehrere Kinder verschiedenen Alters zu beschaffen. Aus dieser Erfahrung heraus wurden Kleiderspenden in dem Kleiderzimmer gesammelt und für Bedürftige angeboten. Leider wurde festgestellt, dass nicht nur Bedürftige von dem kostenlosen Angebot Gebrauch machten, sondern von einzelnen Personen in großer Menge Kleidung herausgesucht und mitgenommen wurde. Später wurde diese Kleidung dann auf Flohmärkten verkauft. So hatten die Verantwortlichen sich das natürlich nicht vorgestellt.

Nachdem Ingrid Hauke sich bereit erklärte, die Leitung des Ladens zu übernehmen und die Firma Hans Walter in Urbach einen kleineren Raum in Urbach kostenlos zur Verfügung stellte, konnte es im Mai 1984 „losgehen“. Mittwochnachmittags von 15.00 bis 17.00 Uhr wurde Kinderkleidung in Kommission angenommen und an Interessenten mit einem geringen Aufschlag verkauft. Frau Hauke und Frau Weng sowie 2 Schülerinnen der Urbacher Hauptschule waren die ersten Mitarbeiterinnen.

Später stellte die Gemeine Urbach ein kleines Gebäude kostenlos zur Verfügung, das sehr viel Renovierungsarbeit erforderte, jedoch einigen Platz bot. So stand der erste Umzug an. 1992 fiel das Gebäude der Ortssanierung zum Opfer und so wurde wieder renoviert, nach Konstruktionen gesucht, die viel Ware auf wenig Platz dekorativ anbieten lässt. Die neuen Räume und das günstige Angebot steigerte die Nachfrage so, dass nun der Laden an fünf Tagen, später auch zusätzlich samstags, öffnete und die Mitarbeiterzahl auf 14 Frauen anstieg. Eltern aus Aalen, Fellbach, Backnang, Göppingen – also aus der ganzen Umgebung – nahmen das Angebot an.

Ende 1998 konnte die Geschäftsstelle des DKSB, die zwischenzeitlich in größere Räume gezogen war, die hohen Mietkosten nicht mehr aufbringen und drohte, obdachlos zu werden.

Nach langen Verhandlungen stellte die SWS Schorndorf Anfang 1999 eine große Fläche im Untergeschoss des Stadthauses Gmünder Straße zur Verfügung, Geschäftsstelle und Kleiderladen konnten wieder zusammen arbeiten.

Auch hier mussten die Aktiven wieder kräftig den Pinsel schwingen, Teppichböden ausbringen, die vorhandene Konstruktion zum Aufhängen der Kleider musste erweitert und umgestaltet werden, da nun 80 qm mehr Raum zur Verfügung stand. Der 4. Start des Kleiderlandens, der in „Pfiffikus“ umbenannt wurde, konnte beginnen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten – die Kunden fanden den Eingang im hinteren Teil des Hauses nicht – ist der Laden jetzt wieder so bekannt, dass die Mitarbeiterzahl auf 25 Frauen und eine Schülerin angewachsen ist. Die Kundenzahl und der Umsatz steigen laufend, so dass die Arbeit ehrenamtlich fast nicht mehr zu bewältigen ist.

Im Jahr 2004 konnte der Kleiderladen zusammen mit der Geschäftsstelle in das neu entstandene Familienzentrum im 2. OG der Karlstr. 19 einziehen. Hier ist er niederschwelliger Türöffner für alle Begegnungs- Beratungsangebote.

Seit Mai 2010 wird die Warenannahme, Abrechnung, Verkauf und Kassenverwaltung über PCs abgewickelt. Ein Fachmann konnte gewonnen werden, der ehrenamtlich ein Programm speziell auf den Kleiderladen Pfiffius mit seinen besonderen Anforderungen schrieb.

Im Jahr 2011 wurde das Familienzentrum mit all seinen Angeboten zu klein. Die Stadt Schorndorf bot ihm für den Pfiffikus lange leerstehende Ladenräume im Erdgeschoss an. In den Sommerferien wurde, mit viel finanziellem Aufwand und körperlichem Einsatz aller, umgezogen.